>>> Das Wort den „Vorfahren“
„Man weiss nie, was daraus wird,
wenn die Dinge plötzlich verändert werden.
Aber weiss man denn, was daraus wird,
wenn sie nicht verändert werden?“ (Elias Canetti)
Solche oder so ähnliche Gedanken werden sich wohl
unsere Vorfahren bzw. die früheren Besitzer des
Gasthofes gemacht haben, bevor aus einem kleinen „Kohler
oder Weiher-Badl“ das heutige Weiherbad wurde. Und
solche Gedanken haben natürlich auch wir uns gemacht,
bevor wir an unseren bisher größten Umbau im Jahre 1999
drangingen.
Hier ein kleiner geschichtlicher Rückblick
Jahr 1850: Das „Kohler- oder Weiherbad“ wird
erstmals schriftlich erwähnt:
1156 Meter hoch gelegen, entstand es dank einer unweit
des Hauses in einer moosigen Wiese entspringenden
Badequelle. Empfohlen wurde das Wasser als Therapie
gegen „allgemeine und örtliche Asthenien, abnorme
Blutflüsse aller Art, besonders der Frauen“, weshalb es
Dr. v. Call nicht nur „Weiher“ sondern auch „Weiberbad“
nannte. Die Badequelle enthält Alaun und Schwefel,
weshalb der Gebrauch des Wassers „nicht nur ratsam ist
für solche, die an starkem Husten, Fieber und
Lungenschwindsucht leiden“.
Der doppelte Name „Kohler“ oder „Weiher“-Bad leitet sich
aus folgenden Ursprüngen ab: Kohlerbad nach dem in
dieser Gegend liegenden Kohlerviertel, Weiherbad nach
dem Fischweiher, den die Grafen Künigl hinter dem Bad
angelegt hatten. Es war ursprünglich nur ein
Arme-Leute-Bad, erhielt aber renommierten Aufschwung
durch erlauchten fürstlichen Besuch und Kuraufenthalt:
Fürst Franz Seraph Porzia, residierend zu Spittal in
Kärnten, unterzog sich auf Anraten seines aus Niederdorf
gebürtigen Verwalters Karl von Kurz zum Thurn einer
Badekur. Von einem langwierigen Leiden genesen, liess er
zur Erinnerung sein Wappen zurück, welches heute noch im
Hotel zu besichtigen ist.
Jahr 1936: Der Gasthof wird von den Schwestern
Anna & Maria Stoll, sowie deren Mann, Franz Senfter,
gekauft und geht somit in unsere Familie über.
Jahr 1945/1950 ca.: Im „Badhäusl“ (heutige
Dependance) des Gasthofes werden die letzten Bäder
angeboten, danach verfällt, auch durch die Wirren des
Krieges und die ständig wechselnden Pächter des
Gasthofes, die Badekultur zusehends; eine neue
Quellfassung wird nicht in Angriff genommen und somit
versiegt die Quelle, bis auf ein kleines Rinnsaal,
welches auch heute noch hinter dem Gasthof zu finden
ist, fast gänzlich.
Jahr 1950 ca.: Franz Senfter, der Bruder der
heutigen Senior-Chefin Annelies, übernimmit mit seiner
Frau, Irma Ploner, „vorübergehend“ den
herabgewirtschafteten Betrieb – aus dem vorübergehenden
Pachtverhältnis werden fast 50 Jahre. Irma Ploner geht
als eine besondere Wirtin in die Geschichte Niederdorfs
ein – wie keine andere versteht sie es, Gäste mit ihrer
forschen aber charmanten Art zu begeistern, sie geht im
Tourismus neue Wege, ist eine der ersten, die Fremde wie
Einheimische vorbehaltlos als Gäste willkommen heisst.
Nach dem Tode ihres Mannes im Jahre 1982 führt sie den
Betrieb alleine weiter.
Jahr 1961: Der Gasthof wird an die heutige
Senior-Chefin „Senfter Rauter Annelies“ vererbt, welche
ihn aber aus familären Gründen nicht selbst führt,
sondern dies auch weiterhin ihrem Bruder mit seiner Frau
überlässt.
Jahr 1964: Grosser Umbau des Weiherbades – die
Firma „Hobag“ wird mit dem Bau eines neuen Speisesaales
sowie des Dachgeschosses beauftragt. Acht neue Zimmer
werden dazugebaut – der Gasthof wächst auf 25 Zimmer an.
Jahr 1997: Der Betrieb wird von den heutigen
Wirtsleuten übernommen.
Jahr 1999: Erneuter Umbau – alle Zimmer werden
mit Bädern ausgestattet, komplett neu eingerichtet,
einige werden um einen Balkon erweitert, ein Aufzug wird
eingebaut, die öffentlichen Sanitäranlagen werden
komplett erneuert, die Küche saniert, ein neuer Heizraum
wird dazugebaut. Dies alles in einer schier unglaublich
kurzen Bauzeit von 4 - 5 Monaten (März – Juli 1999).
August 2005: Im angrenzenden Kurpark von
Niederdorf wird die neue Kneipp-Anlage eröffnet – und
dafür wird erstmals wieder das Quellwasser des
Weiherbades verwendet. Somit schließt sich in gewisser
Weise ein Kreis und das Wasser wird zumindest in
einfacher Form wieder als „Bad- oder Kneippanwendung“
genutzt. |